Erntedankfest
An die Familien, die morgens aufstehen, wenn viele von uns noch schlafen. An die Menschen, die Verantwortung tragen, für ihren Hof, für ihre Tiere, für unsere Landschaft und für die nächste Generation.
Ich habe vor einiger Zeit mit einer Bäuerin gesprochen. Sie erzählte mir von einem dieser unerträglich heißen Sommer. Die Hitze machte auch ihren Tieren zu schaffen.
Und wissen Sie, was diese Frau nachts gemacht hat? Sie nahm kalte, nasse Bettlaken und legte sie über ihre Sauen, um ihnen Kühlung zu verschaffen. Nachts, wenn andere längst im Bett lagen.
Warum erzähle ich das? Weil hinter dem abstrakten Wort „Landwirtschaft“ Menschen stehen. Menschen, die ihre Tiere kennen. Die sich sorgen. Die Verantwortung übernehmen. Und zwar nicht, weil irgendeine Verordnung ihnen das vorschreibt. Sondern weil es ihr Hof ist. Ihre Tiere. Ihr Lebenswerk.
Landwirtschaft denkt nicht in Quartalszahlen, Landwirtschaft denkt in Generationen. Da übernimmt die Tochter den Hof vom Vater. Da hilft die Oma noch mit. Da fährt der Opa noch einmal raus und schaut nach dem Rechten. Und Kinder lernen schon früh: Wenn Tiere versorgt werden müssen, dann müssen sie versorgt werden. Da heißt es eben nicht TikTok bis zum Abwinken. Da heißt es auch mal: Gummistiefel an und mithelfen!
Frühstartrente eröffnet Kindern den Weg zum Vermögensaufbau
Beim Vermögensaufbau zählt neben der Höhe des Einsatzes vor allem die Zeit. Wer früh beginnt, kann den Zinseszinseffekt über Jahrzehnte für sich arbeiten lassen.
Mit der Frühstartrente eröffnen wir Kindern diesen frühen Zugang zum Vermögensaufbau. In zweiter und dritter Lesung haben wir ein Vorhaben zum Abschluss gebracht, das die Union bereits in ihrem Wahlprogramm gefordert hat.
Um was geht es?
Rückwirkend zum 1. Januar 2026 stellen wir allen Kindern, die in diesem Jahr sechs Jahre alt werden, ab ihrem sechsten Geburtstag monatlich zehn Euro für ein Frühstart-Depot zur Verfügung. Das Geld soll unter Anleitung der Eltern am Kapitalmarkt investiert werden. Idealerweise wird die Geldanlage durch finanzielle Bildung im Schulunterricht begleitet.
Mehrere private Anbieter werden individuelle Depotlösungen anbieten. In den kommenden Jahren sollen schrittweise weitere Jahrgänge hinzukommen. Die Förderung endet mit dem 18. Geburtstag.
Danach kann das Frühstart-Depot nahtlos in ein reguläres Altersvorsorgedepot überführt und weiter bespart werden. Wer zusätzlich einzahlt und das Depot auch im Erwachsenenalter fortführt, kann so ein beachtliches Kapital für das Alter aufbauen.
Die Frühstartrente verbindet einen frühen Einstieg in den Vermögensaufbau mit finanzieller Bildung. Sie stärkt Eigenverantwortung und schafft eine zusätzliche Möglichkeit, neben der gesetzlichen Rente fürs Alter vorzusorgen.
Ein Jahr Modernisierungsagenda: Was sich bewegt hat und was jetzt kommen muss
Das Bundeskabinett hat den ersten Bericht zum Stand der Staatsmodernisierung beschlossen.
Vor einem Jahr, Anfang Oktober 2025, hat die Bundesregierung die Modernisierungsagenda auf den Weg gebracht. Das Ziel war von Anfang an klar: Unser Staat soll einfacher, digitaler und schneller werden. Er soll sich auf seine Kernaufgaben konzentrieren, Zuständigkeiten klar regeln und Bürgern wie Betrieben verlässlich zur Seite stehen, statt ihnen Steine in den Weg zu legen.
Das ist kein Selbstzweck. Wenn Genehmigungen Jahre dauern, wenn Formulare doppelt ausgefüllt werden müssen und niemand weiß, welche Behörde eigentlich zuständig ist, dann kostet das nicht nur Zeit und Geld. Es kostet Vertrauen.
Viele Menschen haben in den vergangenen Jahren den Eindruck gewonnen, dass der Staat sich vor allem mit sich selbst beschäftigt. Diesen Eindruck müssen wir durch Taten widerlegen, nicht durch Ankündigungen. Ein handlungsfähiger Staat ist am Ende auch eine Frage der Stärke unserer Demokratie.
Mit dem Infrastruktur-Zukunftsgesetz werden zudem viele Verkehrsprojekte vorrangig behandelt, also Schienen, Straßen und Brücken. Wer bei uns im Westmünsterland täglich pendelt oder auf eine stabile Internetverbindung im Außenbereich angewiesen ist, weiß, wie wichtig das ist.
So erfreulich die Zwischenbilanz ist: Für viele Betriebe hat sich im Alltag noch nicht genug verändert. Das höre ich in nahezu jedem Gespräch mit Handwerkern, Landwirten und Mittelständlern in unserem Wahlkreis.
Die Dokumentationspflichten sind zu viele, die Fristen zu lang, die Formulare zu kompliziert. Deshalb sind die nächsten Schritte entscheidend.
Mit dem Berichtsentlastungsgesetz kehren wir die Beweislast um. Bisher musste begründet werden, warum eine Berichtspflicht wegfallen soll. Künftig muss der Staat begründen, warum er sie behalten will. Was nicht überzeugend begründet werden kann, fällt weg.
Für unseren Mittelstand kann das ein echter Befreiungsschlag werden.
Ebenso wichtig ist die Genehmigungsfiktion. Entscheidet eine Behörde in bestimmten Fällen nicht innerhalb einer festgelegten Frist, gilt der Antrag als genehmigt. Damit ändert sich die Logik grundlegend: Nicht der Betrieb wartet auf die Verwaltung, sondern die Verwaltung muss liefern.
Und mit dem Gebäudetyp E soll das Bauvertragsrecht so angepasst werden, dass Bauen einfacher und günstiger wird, ohne dass jede Norm bis ins letzte Detail erfüllt werden muss.Bürokratieabbau scheitert selten an der Ankündigung, sondern meistens an den vielen kleinen Ausnahmen, die am Ende doch wieder hineingeschrieben werden.Ein Bericht aus Berlin kann vieles zeigen, aber nicht alles. Ob eine Reform wirklich wirkt, merkt man im Rathaus, im Betrieb und auf dem Hof, nicht im Kabinettssaal.Es liegt noch ein gutes Stück Weg vor uns. Aber nach einem Jahr lässt sich sagen: Der Anfang ist gemacht.
Rede im Plenum vom 14. Oktober zur Verbesserung beim Aufstiegs-BAföG
Ein Meisterbrief steht einem Hochschulabschluss an Anspruch und Leistung in nichts nach.
Unsere Meisterinnen und Meister wissen nicht nur, wie etwas funktioniert. Sie sorgen dafür, dass es funktioniert. Deshalb bin ich fest überzeugt: Zukunft entsteht nicht allein auf dem Papier. Sie entsteht dort, wo Menschen anpacken.
Davon profitieren auch unsere Betriebe: durch gesicherte Nachfolgen, erhaltene Ausbildungsplätze, Wissenstransfer und Innovation. Beruflicher Aufstieg stärkt unsere Fachkräftebasis und Wettbewerbsfähigkeit.
Das Aufstiegs-BAföG ist dabei eine Erfolgsgeschichte: Seit 1996 wurden nahezu vier Millionen berufliche Aufstiege gefördert.
Wir stärken weiter diese Förderung und bauen Hürden ab. Wir erhöhen die Förderhöchstbeträge auf 18.000 Euro. Für das Meisterprüfungsstück verdoppeln wir sie auf 4.000 Euro. So erleichtern wir den Zugang zu anspruchsvollen Qualifikationen und stärken Qualität, Innovationsfähigkeit und Wissenstransfer in unseren Betrieben.
Wer seine Fortbildungsprüfung besteht und ein KfW-Darlehen nutzt, soll künftig 60 Prozent Darlehenserlass erhalten. Das belohnt Leistung und reduziert die finanzielle Belastung.
Und Arbeitgeberzuschüsse werden künftig nicht mehr angerechnet.
Für Alleinerziehende steigt der Kinderbetreuungszuschlag auf 160 Euro monatlich je Kind. Denn beruflicher Aufstieg und Verantwortung für Kinder müssen vereinbar sein.
Liebe Kolleginnen und Kollegen, zu lange Bearbeitungszeiten und komplizierte Verfahren sind zusätzliche Hürden. Deshalb brauchen wir verständliche Anträge, funktionierende digitale Verfahren und schnelle Entscheidungen.
Im parlamentarischen Verfahren werden wir prüfen, wo wir weitere Bürokratie abbauen und Verfahren vereinfachen können. Bund und Länder stehen gemeinsam in der Verantwortung, damit die Förderung rechtzeitig bei den Menschen ankommt.
Wer beruflich aufsteigt, sichert die Zukunft seines Betriebs und stärkt die wirtschaftliche Grundlage unseres Landes. Diese Leistung verdient Anerkennung und eine verlässliche Förderung.
Vielen Dank!
